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Ein Experiment – Enkelfähigkeit, Agilität und Erfolg – passt das zusammen?
Ein Experiment – Enkelfähigkeit, Agilität und Erfolg - passt das zusammen?

Am Abend des 25.06.20 trafen sich 13 Interessierte aus dem gesamten Bundesgebiet zum Thema #seedingagile. Anne Wangrin, agile Coachin der Mach AG hatte die Idee zum Meetup und das Ziel, zusammen mit einer Gruppe Interessierter, die Fragestellung der Erfolgmessung agiler Arbeit zu diskutieren.

Schlagwörter wie Scrum, Kanban und Co rauschen beinahe täglich durch die sozialen Medien. Überall wird die agile Zusammenarbeit als das Mittel der Wahl in der VUCA-Welt propagiert. Wie ist aber der Erfolg solcher Projektarbeit tatsächlich zu beziffern und insbesondere wie viel Wert schaffen die einzelnen Rollen, die bei dieser der Zusammenarbeit wichtig sind, wie der Scrum Master tatsächlich. Diese Fragen sind insbesondere in einer Zeit wichtig, in der soziale Innovation mit dem Fokus auf der Zusammenarbeit gerne zugunsten einer (vermeintlich) höheren Rentabilität auf den Prüfstand gestellt werden. Thilko Richter stellte für diese Diskussion dankeswerter Weise die Plattform lean & agile Lübeck zur Verfügung, so dass Anne Wangrin und Barbara Hilgert, ebenfalls agile Coachin und Projektmanagerin beim Projekt GeZu 4.0 der FAW gGmbH die Herangehensweise und die ihre Idee für das Meetup vorstellen konnten.

Im Rahmen eines World Cafes wurden an drei Stationen die Fragen diskutiert:

1.       Wie die Erfolgsmessung der Arbeit des Scrum Masters zu bewerten sei (Kaffeetisch)

2.       Wie der Erfolg von stark sinngetriebenen Organisationen zu messen sei (Blumen-Tisch)

3.       Warum Agilität sinnvoll sei (Bonbon-Tisch)

Die Hinweise und Argumente an den Tischen waren vielfältig und kontrovers.

Am Kaffee-Tisch wurde zunächst mal die Frage aufgeworfen, was überhaupt die messbaren Ziele der Arbeit des Scrum Masters sind. Das wurde z.B. mit einer geringeren Personalfluktuation beantwortet, ebenso wie mit einer höheren Mitarbeiterzufriedenheit, weil die Teamarbeit mit Unterstützung des Scrum Masters effektiver und konfliktfreier sei. Diese eher weichen Faktoren -da waren sich die Teilnehmer:innen einig- seien natürlich schwer zu beziffern, aber auf der anderen Seite, könnte ja auch mal die Frage gestellt werden, ob sich Führungskräfte wirklich rechnen (!)

Am Blumen-Tisch wurde die Frage direkt mit „gar nicht“ beantwortet. In dem Moment, wo der Sinn innerhalb einer Organisation im Fokus des Strebens steht, rücke -nach Ansicht der Teilnehmenden- die Notwendigkeit einer Erfolgsmessung in den Hintergrund. Ein weiteres Argument: der Zweck einer jeden (auch kommerziellen) Organisation ist etwas anderes, als Geld zu verdienen. In diesem Zusammenhang fiel der Begriff Enkelfähigkeit, als Maßstab für Corporate Social Responsibility: Wie kann unternehmerisches Handeln gute Zukunftsaussichten für viele Generationen sicherstellen?

Am Bonbon-Tisch war die Frage nach dem Sinn von Agilität schnell eindeutig beantwortet, wodurch gleichzeitig die inflationäre Verwendung von Scrum, Kanban & Co. einleuchtet: In komplexen Situationen einer Corona-VUCA-Welt können wir Menschen nicht planen. Tun sie es doch, ist es eine Ressourcen-Verschwendung. Damit wird das Experiment Normalzustand und das Lernen aus Fehlern (im Idealfall) organisationsweite Unternehmenskultur. Gleichzeitig -warf einer der Teilnehmer:innen ein- verleiht das Buzzword Agilität Autorität, so dass die Prozessverbesserung eine ständige Aufgabe in Organisationen bleibt.

Spannende Frage und Argumente wurden aufgeworfen, so dass schnell die Idee im Raum stand, wie es mit dem Austausch weiter gehen könnte. Barbara Hilgert stellte die Möglichkeit der Teilnahme am Lern- und Experimentierraum u.a. zum Thema agilem Arbeiten im Rahmen des Projektes GeZu 4.0 vor, in dem die Teilnehmer:innen sich in fester Runde sich ausprobieren und austauschen könnten. Gleichzeitig bekäme die Relevanz agilen Arbeitens in den (meist mittelständischen) Unternehmen durch die Teilnahme am durch das BMAS geförderten Projekt eine höhere Aufmerksamkeit.

Interesse, diese Fragestellungen weiter zu bearbeiten war vorhanden, so dass weitere Meetups von den Initiatoren diskutiert werden bzw. die Aufnahme in einen Lern- und Experimentierraum angedacht ist.

Zum Abschluss hatten die Teilnehmer:innen eine kleine Feedback-Herausforderung zu meistern. Das vierfarbige Moodmeter entsprach nicht der Farbgebung der Tagwolke im Mentimeter, so dass es für Lacher sorgte, z.B. die Farbe „gelb“ in pink zu schreiben 😊.

Fazit: Es hat Spaß gemacht und der offene Austausch auf Augenhöhe lohnt sich.

To be continued…stay tuned!

Ein Projekt der FAW gGmbH - Akademie Lübeck